Überall Menschen. Lästernde Menschen. 

Im Café die beiden Omis, die so niedlich aussehen, wie die Törtchen, die vor ihnen auf dem Tisch stehen. Solange, bis sie den Mund aufmachen. Heraus kommt nur Müll. Angewidert geht sie weiter, setzt sich an den letzten Tisch in der Ecke. Stille. Ihr Kaffee kommt. Stille. Sie liebt es. Die Omis und Törtchen verschwimmen im Hintergrund und werden eins mit der bedruckten Tapete mit kleinen Kaffeesymbolen. Zwei junge Frauen kommen. Der Tisch neben ihr ist noch frei. Und wieder die Enttäuschung. Nett anzusehen. Bis sie den Mund öffnen. Überall Menschen. Lästernde Menschen. 

Der Kaffee schmeckt nicht mehr. War er gerade auch schon so bitter? Sie verlässt das Café. Vorbei an den Schaufensterläden, den Verkäuferinnen mit dem nichtssagenden, leeren Lächeln. Sie fliegen ihr heute entgegen wie sonst nie. Gesprächsschnipsel. Dies und das. Sie versteht nur Ausschnitte. Doch das reicht. Es geht um alles und um nichts. Und hauptsächlich doch um alles. Die Worte verwehen im Wind, schnell. Fliegen, kreuzen sich mit anderen Schnipseln, vermischen sich. Ein Summen liegt über der Stadt. Es geht um alles. Und um nichts. Überall Menschen. Lästernde Menschen.

Runter die Treppe, ihr Kleid weht im Wind. Mit den Wortschnipseln. Gemeinsam, nicht zu trennen.Vom Winde verweht. Oder auch nicht. Denn die Schnipsel bleiben. Tief. Schwarz. Schmerz. Eine Seele, die zerbricht. Scherben kann man zusammensetzen. Seelen sind nicht mehr dieselben. Risse bleiben. Spuren.Veränderung. Wachstum. Ist das eine Notwendigkeit? Endlich da, der Sprung in die U-Bahn. Ein Platz. Ohne Worte. Sie nimmt ihn. Sie ist müde. Den ganzen Tag nur Erholung. Die Schnipsel, die Worte, der Schmerz. Da sind wie wieder. Es geht um alles. Und um nichts. Überall Menschen. Lästernde Menschen. 

Die Fahrt vorbei, eine letzte Gasse. Den Schlüssel in die Tür, der Sprung auf´s Bett. Die Welt ausatmen. Den Frieden einatmen. Klingeln. Das Telefon. Es ist altmodisch. Wie die junge Frau am Ende der Leitung. Altmodische Wortschnipsel. Liebe. Leben. Glück. Freude. Träume. Vertrauen. Mut. Frieden. Unterstützung. So viel davon. Zuneigung, so tief. Vergessen sind die Törtchen, das Summen, die Scherben.Altmodische Wortschnipsel. Diese Frau – 

Meine beste Freundin. Mit ihr ist das Leben

Eine Reise. Kein Wettkampf.

 

Call me crazy but I love to see other woman

happy and succeeding.  

Life is a journey, not a competition.       

 

Es mag sich für einige verrückt anhören. Gemessen an dem, was man am Tag alles aufschnappt und auch selbst erlebt, ist es auch verrückt. Aber ich liebe es, wenn Frauen ihre Ziele verfolgen. Dran bleiben. An sich glauben. Am Ende Erfolg haben. Und auch schon am Anfang. Und in der Mitte.

Frauen, die sich gegenseitig motivieren. Warum gibt es von dieser Sorte heutzutage nur noch so wenige? Das Leben hält für uns alle Lektionen bereit. Davon sehr viele, die zitronig sein werden. Die man nur mit Salz und Tequila runterspülen kann.

Davon wird es viele geben, diesbezüglich dürfen wir ganz unbesorgt sein. Warum müssen wir uns dann das Leben noch gegenseitig schwer machen?

Jeder kann etwas. Talente sind überschätzt. Mühe und Fleiß stehen an erster Stelle. Viele reißen sich den Arsch auf. Und die, die es mitbekommen, hoffen, alles wird umsonst gewesen sein. Verlorene Liebesmüh. Um selbst so gut wie möglich dazustehen.

Einst hatte ich eine Freundin. Sie war in der Lage, mich unfassbar zu motivieren. Sie gab mir das Gefühl, ich könnte fliegen. Nein, sie war es sogar, die mir Flügel gab. Ich war schüchtern. Traute mich nicht, sie zu benutzen. Aber irgendwann doch. Ich flog. Und fiel so tief wie noch nie zuvor. 

Weil sie mich danach im Stich ließ. Sie hätte nicht gedacht, dass ich die Flügel nutzen würde. Es tat ihr gut, mich zu motivieren, nicht, weil sie mich unterstützen wollte. Sondern weil es sie jedes Mal daran erinnerte, wie toll sie selbst war. Dass sie selbst keinen derartigen Rat brauchte. Sondern diejenige war, die kleinen, unscheinbaren Mädchen diesen Rat geben durfte. Es war ein Privileg, mit ihr befreundet zu sein. Bis sie plötzlich in meinem Schatten stand. 

Vor denen muss man sich besonders in Acht nehmen. Wenn Dich jemand unterstützt, während Du auf dem Weg zu Deinem Ziel bist, heißt das noch gar nichts. Hast Du Dein Ziel erreicht, erst dann wirst Du sehen, wer Dich wirklich unterstützt. Nicht bloß heiße Luft. 

Wenn Du schon wichtige Ziele erreicht hast und eine Freundin ist trotzdem bei Dir geblieben –  dann halt sie fest. So fest Du kannst. Sie gehört einer seltenen Spezies an. 

Aber weißt Du, wie wir schnell noch mehr dieser Spezies finden können? Indem wir sie selbst erschaffen. Aus Dir. Aus mir. Indem Du selbst diese Spezies bist. In diesem Moment. Und im nächsten. 

Für immer.

Ein Kompliment kostet nichts. Ein Lächeln noch weniger. Es ist längst erwiesen, dass wir selbst am größten werden, wenn wir andere mit hochziehen. 

Darum lass uns diesen Tag damit beginnen, Großes zu vollbringen in der Welt. Mit ganz kleinen Schritten. Ich bin sicher, Du bist selbst schon sehr kreativ. Falls Du aber noch müde bist und eine kleine Anregung brauchst, ist hier eine kleine Liste. Mit kleinen großen Schritten.

  • Schenke drei Leuten, die Dir heute begegnen, ein Lächeln.
  • Wenn Du eine Frau siehst, die schöne Kleidung trägt, behalt´es nicht für Dich. Sage es ihr.
  • Lade eine Freundin auf ein Eis ein und ermutige sie, endlich ihren Traum zu leben. Erzähl´ihr, weshalb sie jedes Ziel erreichen wird, das sie sich vorgenommen hat. 
  • Wenn Du jemanden siehst, der traurig ist, sieh´nicht weg. Frag´ob alles okay ist und Du irgendwie helfen kannst. Glaube mir: So entstehen die besten Bekanntschaften. 

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