Egoismus ist das beste, was Dir passieren kann. 

„Wie bitte?“, fragst Du Dich?  „Was ist mit allem, was mir mein ganzes Leben lang beigebracht wurde?

 Sei immer für deine Mitmenschen da und stell dich selbst dafür zurück.

Gib alles, was du hast, für die anderen. Dann bist du ein toller und bewundernswerter Mensch.

Mache deine Familie stolz. 

Es spricht nichts dagegen, deine Familie stolz zu machen – wenn sie will, dass du glücklich bist. Alles andere ist nichts als Bullshit. Und trotzdem glauben es fast alle. Und leben auch noch danach. Je eher Du Dich von derartigen Gedanken verabschiedest, desto besser (für Dich genauso wie für Deine Mitmenschen).

Merke Dir eins direkt: Erst kommst Du. Dann kommen die anderen. 

Du setzt Dich jeden Tag  mit den Erwartungen der Menschen auseinander, die Dich umgeben. 

Du versuchst immer, es allen recht zu machen. Mit allem zurechtzukommen. Was dabei auf der Strecke bleibt, bist Du. Deine Wünsche. Deine Träume. Deine Ziele.

Du nimmst Dir vor, zuerst den sicheren Weg zu gehen. Die Erwartungen Deiner Eltern zu erfüllen. Die Erwartungen, die die Gesellschaft an Dich hat. 

Das, was Du wirklich willst, verschwindet immer mehr im Nebel. Falls Du Dich überhaupt noch daran erinnerst, was das ist, gehörst Du noch zu den Glücklichen. Die meisten wissen überhaupt nicht mehr, was sie selber wollen.

Und auch wenn Du es noch weißt: Jeder Tag, den Du nicht dafür nutzt, Deinem Traum ein Stück näher zu kommen, ist vergeudet. 

Denn wir sind hier auf der Welt, um uns selbst zu verwirklichen. Du wirst es nie allen Recht machen können. Das sollst Du auch gar nicht. Die einzige Person, die zählt, bist Du! Es ist Dein Leben.

Falls Du es dennoch immer wieder versuchst, ist diese kleine Geschichte für Dich.

„Ein Vater zog mit seinem Sohn und einem Esel in der Mittagshitze durch die staubigen Gassen. Der Sohn führte und der Vater saß auf dem Esel.

“Der arme kleine Junge”, sagte ein vorbeigehender Mann. “Seine kurzen Beine versuchen, mit dem Tempo des Esels Schritt zu halten. Wie kann man nur so faul auf dem Esel sitzen, wenn man sieht, dass das Kind sich müde läuft?”

Der Vater nahm sich dies zu Herzen, stieg hinter der nächsten Ecke ab und ließ den Jungen aufsitzen.

Es dauerte nicht lange, da erhob schon wieder ein Vorübergehender seine Stimme: “So eine Unverschämtheit! Sitzt doch der kleine Bengel wie ein König auf dem Esel, während sein armer, alter Vater nebenherläuft.” Dies tat nun dem Jungen leid und er bat seinen Vater, sich mit ihm auf den Esel zu setzen.

“Ja, gibt es sowas?”, sagte eine alte Frau. “So eine Tierquälerei! Dem armen Esel hängt der Rücken durch und der junge und der alte Nichtsnutz ruhen sich auf ihm aus. Der arme Esel!”

Vater und Sohn sahen sich an, stiegen beide vom Esel herunter und gingen neben dem Esel her. Dann begegnete ihnen ein Mann, der sich über sie lustig machte: “Wie kann man bloß so dumm sein? Wofür hat man einen Esel, wenn er einen nicht tragen kann?”

Der Vater gab dem Esel zu trinken und legte dann die Hand auf die Schulter seines Sohnes. “Egal, was wir machen”, sagte er, “es gibt immer jemanden, der damit nicht einverstanden ist. Ab jetzt tun wir das, was wir selber für richtig halten!” Der Sohn nickte zustimmend. (…)“

(Aus dem Buch „Der Kaufmann und der Papagei“ von Nossrat Peseschkian.)

Du hast es sicher schon oft gehört, doch diese Geschichte bringt es meiner Meinung nach auf den Punkt wie nichts anderes: 

Egal, wie viel Mühe Du Dir gibst, jemand wird immer unzufrieden mit Dir sein. Immer. Du kannst es nicht allen Recht machen. Außer Dir selbst. 

Dass Du später noch genug Zeit für die wichtigen Dinge hast, sobald Du alle Erwartungen Deiner Mitmenschen erfüllt hast, ist eine Illusion. Dein Leben kann jeden Augenblick zu Ende sein. 

Wenn Dir bei dem letzten Satz nicht mulmig wurde, herzlichen Glückwunsch. Dein Leben ist soweit im Einklang mit deinen Vorstellungen, dass Dir der Gedanke an einen baldigen Tod nichts ausmacht. Leider gehörst Du damit zu einer Minderheit.

Wenn Dir jedoch mulmig geworden ist, dann weißt Du, was Du zu tun hast. 

Wann fängst Du an, dieses eine kostbare Leben, das nur Dir gehört, so zu leben, wie Du es willst?

Erfüllung ist nur möglich, wenn Du tust, was Du für richtig hältst und alle anderen Meinungen ignorierst

Die Menschen neigen dazu, ihre Pläne und Ziele beim leisesten Hauch von Kritik umzuwerfen. 

Sicher ist Dir das nicht unbekannt. Du brennst  für etwas, startest etwas Neues oder erzählst anderen bloß von Deiner Idee – und die Resonanz ist negativ. 

„Das Leben ist kein Ponyhof.“

„Das klingt schön, aber wie wäre es zuerst mit etwas Realistischem?“

„Das ist doch hier kein Wunschkonzert.“

„Du kannst das ja nebenbei machen, so als Hobby.“

Kommt Dir das auch bekannt vor?

Als ich angefangen habe zu erzählen, dass ich einmal Vollzeit-Bloggerin werden möchte, habe ich zu 99% peinlich berührte und mitleidige Blicke geerntet. 

Die meisten Menschen haben meine Gegenhaltungen mit Beispielen von erfolgreichen Bloggern damit abgetan, dass sie Glück gehabt haben, im Lotto gewonnen haben, reiche Eltern haben oder ihr Geld auf unethische Weise verdienen.

Vor kurzem noch dachte ich, dass sie Recht haben. Ich habe alle meine Pläne immer wieder verworfen. Ich kam mir dumm vor, diese Träume überhaupt gehabt zu haben. Mir wurde sogar gesagt, ich solle nicht so egoistisch sein und nur an mich selbst denken. Ich solle doch gefälligst zufrieden sein mit dem, was ich jetzt habe.

Das bin ich auch. Aber darf ich deswegen nicht nach Größerem streben? Schließt das eine das andere aus?

Wenn Du etwas wirklich willst, wirst Du immer wieder an den Punkt zurückkehren, es versuchen zu wollen. Womöglich werden Jahre dazwischen liegen, doch es wird dich immer verfolgen. 

Kritiker und Nay – Sayer sind Menschen, die es nicht geschafft haben, ihre Träume zu verwirklichen. In den meisten Fällen haben sie es gar nicht erst versucht. Sie sind die letzten Menschen, auf die Du hören solltest. 

Warum hören wir trotzdem so oft auf diese Miesmacher? Wenn Dein Auto kaputt geht, fährst Du doch auch nicht in die Werkstatt, die dafür bekannt ist, nicht in der Lage zu sein, Reparaturen auszuführen. Du würdest dorthin gehen, wo die Leute glücklich und mit reparierten Autos wieder rauskommen. 

Mache es im echten Leben genauso. Nimm Kritik nur von denen an, die wissen, wovon sie sprechen. Ganz konkret also: Lass Dir nur von denen was sagen, die dort im Leben stehen, wo Du hinkommen willst. 

Fortschritt ist immer nur dann möglich, wenn Du tust, was Du selbst für richtig hältst. Auch wenn Du kritisiert wirst. Ich behaupte, sogar gerade dann. 

Wenn Du also nächstes Mal Gegenwind erhältst –  und das wirst Du, wenn Du plötzlich damit aufhörst, die Erwartungen anderer Menschen zu erfüllen – dann stagniere nicht. 

Deute diese Kritik als Zeichen, dass Du auf dem besten Weg bist, endlich das zu tun, was Du willst. Du erfüllst keine Forderungen der Gesellschaft. Du tust (vielleicht sogar zum ersten Mal im Leben?) etwas nur für Dich.

Man kann nur das geben, wovon man selbst im Überfluss hat

Du musst aufhören zu denken, dass Egoismus schlecht ist. Ganz im Gegenteil. Eine gesunde Portion davon ist überlebensnotwendig.

Wer immer nur gibt und gibt, der hat irgendwann nichts mehr.

Wenn Du zu beschäftigt damit bist, immer die Erwartungen der anderen zu erfüllen, anstatt Dich mit Dir selbst und Deiner Vorstellung vom Leben zu beschäftigen, ist eine Lebenskrise vorprogrammiert.

Finde stattdessen heraus, was Dich erfüllt. 

 

Sobald man an der Umsetzung seines Lebenstraums arbeitet, gibt das unheimlich viel Kraft. Diese Kraft wirst Du bei jedem Schritt spüren, den Du in die richtige Richtung gehst, auf Deinem eigenen Weg. 

Diese neugewonnene Kraft und Stärke werden auch die Menschen zu spüren bekommen, mit denen Du Dich umgibst. 

Du schreitest einem erfüllten Leben entgegen, bist voller Zuversicht und Liebe. Das werden die Menschen um Dich herum deutlich spüren und sich in Deiner Gegenwart viel wohler fühlen. 

Das Beste daran ist: Sie können sich etwas davon mitnehmen. Das passiert ganz automatisch, ohne dass Du Dich dafür anstrengen musst.

Du lebst also vollkommen so, wie Du es willst – und deine Mitmenschen genießen Deine Gegenwart noch mehr als zuvor.

Beide Seiten gewinnen.

Wenn Du ein erfülltes Leben führen willst, musst Du deinen eigenen Weg gehen. Auch wenn das bedeutet, gegen den Strom zu schwimmen.

Und übrigens: Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht. 😏

 

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