close up of senior woman face and eye

Die australische Krankenschwester Bronnie Ware begleitete viele Menschen kurz vor ihrem Tod. Ihre Erkenntnisse  hat sie in dem Buch „Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ festgehalten.

Ich habe das Buch (noch) nicht gelesen, mich bei diesem Post jedoch von einem Artikel über Bronnie Ware inspirieren lassen.

 1. Nicht nach ihren eigenen Regeln gelebt zu haben..

.. nannten die meisten Menschen vor ihrem Tod am häufigsten. 

Zu oft hören wir auf andere anstatt unserer Intuition zu vertrauen. Dabei weiß unser Bauch eigentlich immer am besten, was das Richtige für uns ist. Nicht unser Chef, nicht unsere Eltern und auch nicht immer unser Partner. 

Sondern unser Bauchgefühl. Besonders betroffen macht mich, das viele schon gar nicht mehr zu wissen scheinen, was sie eigentlich selber wollen. 

Sätze werden oft mit „Ich sollte“ und „ich muss“ begonnen. Die wenigsten können eine direkte Antwort darauf geben, was sie jetzt am liebsten tun würden, wenn sie alle Erwartungen ihrer Mitmenschen, den ständigen Gedanken an zu wenig Geld und alle anderen Barrieren beiseite schieben. 

Weil ich es so liebe, Menschen von ihren kühnsten Träumen reden zu hören, und auch weil das die beste Art ist, einen Menschen kennen zu lernen, habe ich diese Frage in den letzten Monaten selbst vielen gestellt.

Die häufigste Antwort war: „Ich weiß es nicht….“ , gefolgt von einem leeren Blick. 

Was geht Dir durch den Kopf, wenn Du alle oben genannten Barrieren zur Seite schiebst? 

2.  Soviel gearbeitet zu haben..

.. war der am zweithäufigsten genannte Punkt. Das verwundert mich nicht. Auf den Social Media Kanälen werden die Leute nicht müde, ständig halb lustige, halb todtraurige Sprüche über den viel zu oft wiederkehrenden Montag zu posten. 

Worüber sich keiner in unserer Gesellschaft Gedanken macht, weil ein 9-5-Job nunmal „zum Leben dazugehört“ , verursacht bei Menschen, die kurz vor ihrem Tod stehen, oft große Reue.

Dingen, die man liebt, Unternehmungen und Kindern werden viel zu wenig Freizeit zuteil. Träume bleiben auf der Strecke und werden von Jahr zu Jahr immer mehr zu begleitenden Hirngespinsten anstatt zu einer Inspiration.

Die Kinder werden auf den nächsten Tag vertröstet, bis sie irgendwann erwachsen und ausgeflogen sind. Erfüllende Erinnerungen gibt es meistens nur noch aus der Elternzeit in den ersten drei Jahren. Wobei die Anzahl der Eltern, die die Elternzeit tatsächlich im Umfang von drei Jahren in Anspruch nehmen, auch immer geringer wird.

Lebst du auch von Wochenende zu Wochenende, von Urlaub zu Urlaub, von einem Jahr voller leerer Versprechen zum nächsten Jahr?

Dann wirst es jetzt höchste Zeit, etwas zu ändern. Keiner von uns weiß, wie viel Zeit uns zusteht.

3. Ihre Gefühle nicht preis gegeben zu haben..

.. bereuen Menschen vor ihrem Tod am drittöftesten. 

Die gesellschaftlichen Anforderungen verlangen uns immer mehr ab. Es beginnt schon in der Grundschule –  Kinder werden im Alter von 10 Jahren (macht euch das mal ganz bewusst, mit 10!!!!) je nach Leistung auf unterschiedliche Schule verteilt. 

Folglich lernen wir schon in der Kindheit zu funktionieren – und das um jeden Preis. Gefühle bleiben dabei auf der Strecke. Sie spielen keine Rolle, weil sie uns angeblich nicht weiterbringen.

Überall wird Professionalität vorausgesetzt. 

Denke mal kurz nach: Wann reißt Dich etwas mit? Wann fühlst Du dich angesprochen? Wenn Dich jemand in jedem Satz spüren lässt, dass er eine studierte Person ist und Worte benutzt, die Du zuerst nachschlagen musst, um den Sinn der Aussage zu verstehen?

Oder jemand, der so offen ist mit seinen Gefühlen (!) dass Du das Gefühl hast, die Person steht vollkommen nackt vor Dir?

Vergiss Deine tolle Wortgewandtheit und Professionalität. Diese Dinge bleiben wenn´s hochkommt in den Köpfen der Menschen hängen, aber nicht in ihren Herzen. 

Wann hast du zuletzt einen Beitrag geschrieben, den Du Angst hattest, auf Deinem Blog zu veröffentlichen? Wann hast Du Deinen Lieben zuletzt gesagt, wie toll DU sie findest (Geburtstag und Muttertag zählt nicht)?

Sei jemand, der die Menschen mit der Offenheit seiner Gefühle vom Hocker haut und nicht mit seinen Uni-Abschlüssen langweilt.

4. Zu wenig Kontakt zu Freunden gehalten zu haben..

.. äußern sterbende Menschen oft. 

Wir Menschen sind soziale Wesen. Rudeltiere. Ohne Kontakt zu unseren Lieblingsmenschen vereinsamen wir (nicht nur tatsächlich, sondern auch geistig). 

Vielfach ausgeführte wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Menschen mit stabilen sozialen Kontakten gesünder sind, länger leben und tendenziell glücklicher und zufriedener sind als Einzelgänger.

Dabei geht es nicht um die Anzahl der sozialen Kontakte und auch nicht die Häufigkeit, sondern um die Qualität und Regelmäßigkeit.

Eine Freundin, die Dir Deine Gedanken am Gesicht ablesen kann und die Du einmal in vier Wochen siehst ist also Gold wert. Nicht so Deine 782 Facebookfreunde, von denen Du wenn´s hochkommt 200 im echten Leben gesehen hast. Auf einer Party. Alkoholisiert. 

Du verstehst, was ich meine. Mehr gibt´s zu diesem Punkt nicht zu sagen, außer – Schätze Deine Freunde. Rückblickend werden die mit ihnen durchlebten kleinen lustigen Momente mit das Größte an Deinem Leben gewesen sein.

5. Nicht genug Freude am Leben gehabt zu haben..

.. bereuen Menschen vor ihrem Tod häufig. 

Hier kann ich nicht anders als wieder auf den Leistungsdruck in unserer Gesellschaft zu sprechen zu kommen.

Durch den permanenten Druck leiden wir unter Dauererschöpfung und chronischem Stress. Klar, dass der Spaß da auf der Strecke bleibt. 

Viele Menschen sind im permanenten Modus, etwas tun zu müssen. Sie arbeiten unentwegt und kommen auch nach dem Feierabend nicht zur Ruhe.

Erholt wird nur am Wochenende und im Urlaub. Und der ist nichtmal lang genug, um mal runter zu kommen –  kaum sind wir mal vom Gaspedal in unserem Auto des Lebens gegangen, müssen wir schon wieder Vollgas geben. 

Wir machen uns tausend Gedanken über Dinge, die in einem Jahr niemanden mehr interessieren werden. Keiner wird in zwölf Monaten (oder schon in sechs Monaten) auch nur ein Wort darüber verlieren.

Streng genommen sind wir nichts als ein Furz in der Geschichte der Menschheit. 

Diese antrainierte Dauerdenkerei und Überdenkerei wird Dich wortwörtlich lange vor Deiner Zeit ins Grab bringen. 

Hör auf zu rennen und bleib stehen. Lerne Achtsamkeit und genieße die kleinen Dinge im Leben. Schalte den Kopf aus und sei doch mal verrückt. So passieren dir viel weniger Fehler, die du eines Tages bitter bereuen wirst.

Und falls Doch mal einer passiert: Keiner Deiner Fehler ist von solch einer großen Bedeutung, dass Du Dir deswegen permanent Gedanken machen musst. Du bist genug. So wie Du in diesem Moment bist. Genieße Dein Leben. Gönne Dir was. Sei spontan. Lebe einfach.

 

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Foto oben © Syda Productions / Fotolia.com